Projektförderung durch Zuwendungen zur Förderung der Umsetzung von Vorhaben im Rahmen der Lokalen Entwicklungsstrategie mit der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Umsetzung sowie über die Verfahrensgrundsätze von LEADER in Sachsen-Anhalt (Richtlinie LEADER 2023 – 2027)
Projektvorhaben:Im 2. Bauabschnitt werden das historische Wegesystem, die Parkgewässer und der Gehölzbestand des denkmalgeschützten Schlossparks Angern wiederhergestellt und saniert. Die Maßnahmen folgen der denkmalpflegerischen Rahmenkonzeption.
Zuwendungszweck: Die Wiederherstellung des Schlossparks Angern sichert ein bedeutendes Kulturdenkmal für die Allgemeinheit und macht es für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Kulturtouristen erlebbar. Das Vorhaben stärkt die touristische und kulturelle Strahlkraft der Region über die Grenzen des LAG-Gebiets hinaus und leistet durch klimaresiliente Pflanzungen und wasserdurchlässige Wegeflächen einen nachhaltigen Beitrag zur Klimaadaptation.
- Antragsteller/in: Alexander von der Schulenburg
- Bewilligungszeitraum:
- Förderfähige Kosten: 242.000,00 €
Projektinhalt
Der Schlosspark Angern gehört zu den historisch bedeutsamen Gartenanlagen der Altmark und steht als Kulturdenkmal unter dem Schutz des Denkmalschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt.
Die Anlage wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im landschaftlichen Stil der Meyerschen Schule gestaltet – vermutlich unter Mitwirkung von Gustav Meyer, einem Schüler des Berliner Gartendirektors Peter Joseph Lenné. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss als Fachschule und später als Berufsschule genutzt, stand nach 1989 über Jahre leer und verfiel erheblich. Seit 1997 saniert die Familie von der Schulenburg das Ensemble schrittweise und denkmalgerecht – eine ausgesprochene Generationenaufgabe.
Im 1. Bauabschnitt (2022/2023) wurde der Pleasureground unmittelbar vor dem Schloss wiederhergestellt: das charakteristische siebenfächrige Blumenbeet mit den umliegenden Wege- und Pflanzflächen ist heute wieder erlebbar. Der 2. Bauabschnitt nimmt nun den gesamten übrigen Park in den Blick. Das historische Wegesystem, das im Laufe der Jahrzehnte auf eine einzige verdichtete Fahrspur reduziert worden war, soll in seiner ursprünglichen Gestalt als naturnahes, wassergebundenes Wegenetz wiederhergestellt werden. Wasserdurchlässige Wegeflächen versickern Regenwasser natürlich im Boden, fügen sich harmonisch in das historische Erscheinungsbild ein und bieten Lebensraum für Mikroorganismen und Insekten.
Parallel dazu wird der westliche Parkteich, der nach 1945 zugeschüttet worden war, neu angelegt. Damit kehrt das historische Wasserregime des Schlossgrabens vollständig zurück, das Mikroklima im Park verbessert sich spürbar. Der wertvolle Altbaumbestand wird durch gezielte Auslichtungsmaßnahmen gesichert; ergänzende Pflanzungen klimaresilienter Strauch- und Baumarten stärken die Biodiversität und tragen zur langfristigen CO₂-Bindung bei.
Neben der denkmalpflegerischen Wirkung entfaltet das Projekt einen Mehrwert für Bildung und Begegnung: Bereits heute finden im Park Führungen und Aktionsangebote für Kindergärten und Schulklassen statt. Die abgeschlossene Sanierung schafft die Grundlage, diesen außerschulischen Lernort zum Thema Klimawandel und Klimaanpassung weiterzuentwickeln. Kooperationspartner ist die gARTenakademie Sachsen-Anhalt e.V.; weitere Gruppen aus Naturschutz, Gartendenkmalpflege und Heimatpflege nutzen das Vorhaben als fachliche Austauschplattform.
Mit dem Abschluss des 2. Bauabschnitts im Jahr 2027 entsteht in Angern ein wiederhergestelltes Kulturdenkmal, das Kulturtourismus anzieht, regionale Identität stärkt und als Modellvorhaben für denkmalgerechte Klimaadaptation im ländlichen Raum Wirkung entfaltet.


