Projektförderung durch Zuwendungen zur Förderung der Umsetzung von Vorhaben im Rahmen der Lokalen Entwicklungsstrategie mit der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Umsetzung sowie über die Verfahrensgrundsätze von LEADER in Sachsen-Anhalt (Richtlinie LEADER 2023 – 2027)
Projektvorhaben: Die Kath. Pfarrei St. Christophorus Haldensleben lässt drei historische Spitzbogenfenster in der Marienkapelle der Klosterkirche St. Peter und Paul in Groß Ammensleben fachgerecht restaurieren.
Zuwendungszweck: Die Sicherung des mittelalterlichen Glasmalerei-Erbes in der Klosterkirche stärkt den kulturellen und touristischen Wert eines Baudenkmals von überregionaler Bedeutung. Das Vorhaben trägt zur Erhaltung eines zentralen Anlaufpunkts an der Straße der Romanik bei und macht kunsthistorische Schätze langfristig erlebbar.
- Antragsteller/in: Kath. Pfarrei St. Christophorus Haldensleben
- Vorhabensort: Marienkapelle der Klosterkirche St. Peter und Paul in Groß Ammensleben
- Bewilligungszeitraum:
- Förderfähige Kosten: 19.000,00 €
Projektinhalt
Die Klosterkirche St. Peter und Paul in Groß Ammensleben zählt zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmälern in Sachsen-Anhalt. Seit 1993 ist sie Teil der „Straße der Romanik“ und seit 2006 als „Europäische Kulturstraße“ anerkannt — ein Beleg für ihre kunsthistorische Bedeutung weit über die Region hinaus.
In der nördlichen Seitenkapelle, der Marienkapelle, befinden sich drei mehrteilige Spitzbogenfenster mit Sandsteingewänden und Bleiverglasungen, die aufwendige Glasmalereien auf verschiedenen Gläsern tragen. Der Zustand der Fenster ist restaurierungsbedürftig: Es fehlen Deckschienen der Sturmeisen und Haften der Windeisen, Bleibrüche an Ausbauchungen sind sichtbar, und auf zahlreichen Flickstücken fehlen Glasmalereien.
Ziel der Maßnahme ist es, möglichst viele Originalgläser zu erhalten, fehlende Bruchstücke behutsam zu ergänzen und eine sanfte Reinigung der Verschmutzungen vorzunehmen. Dazu werden die Bleifelder demontiert und in der Werkstatt restauriert: Feldrahmen werden erneuert, Bruchstellen abgelötet, neue Windeisen aus Edelstahl angearbeitet und neue Kupferhaften außen aufgelötet. Auch der Klappenflügel wird aufgearbeitet — mit Entrosten, Rostschutz und Anstrich mit Metallschutzlack.
Restauriert werden drei Fenster mit unterschiedlichen ikonografischen Programmen: das Chorscheitelfenster mit Rebstock, Blattwerk, Trauben und Wappenmalerei (OI), das Fenster mit dem Verkündigungsmotiv — Engel und Maria, Heilig-Geist-Taube und Maßwerkmalerei (NII) — sowie das Fenster mit Krönungsmotiv und Maßwerkmalerei (SII). Die untere Denkmalschutzbehörde war bereits in die Angebotserstellung eingebunden.
Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Förderverein historische Klosterkirche zu Groß Ammensleben an der Straße der Romanik e.V. umgesetzt. Mit dem Erhalt dieser einzigartigen Glasmalereien bleibt ein Stück lebendige Kulturgeschichte für Besucherinnen und Besucher aus der Region und darüber hinaus erfahrbar — für Schulklassen, Familien und alle, die Kunst- und Religionsgeschichte im Original erleben möchten.


