Die Ev. Kirche St. Peter und Paul in Barleben ist nicht nur ein herausragendes Kulturdenkmal, sondern längst auch ein Ort vielfältiger kultureller und gesellschaftlicher Nutzung. Konzerte, Begegnungsformate und offene Angebote für Touristen und Ortsbewohner prägen das Leben rund um die Kirche. Mit dem neuen Projekt „Garten der Stille und der Erinnerung“ wird nun das Umfeld der Kirche inhaltlich und gestalterisch erweitert.
Auf dem westlichen Teil des Kirchgartens entsteht ein barrierefrei zugänglicher, landschaftsarchitektonisch gestalteter Erinnerungsraum. Dort werden über 120 historische Grabsteine und Epitaphplatten, die von aufgegebenen Grabanlagen stammen, dauerhaft aufgestellt. Diese stammen teils von bedeutenden Persönlichkeiten der Ortsgeschichte und sind von hoher emotionaler Bedeutung für viele Bürgerinnen und Bürger.
Die Gestaltung umfasst ein labyrinthartiges Wegesystem mit wassergebundener Decke, eingefasst in wetterfesten Cortenstahl. Neue Sitzgelegenheiten, Bepflanzungen mit Rosen sowie die Aufstellung der historischen Ilseglocke als zentrales Gestaltungselement laden zum Verweilen und Gedenken ein. Die gesamte Anlage wird mit Blick auf ökologische Materialien, Ressourcenschonung und langfristige Pflege realisiert.
Ein zentrales Ziel ist es, auch mobilitätseingeschränkten Menschen einen Zugang zu allen Teilen des Gartens zu ermöglichen. Bestehende Höhenunterschiede und unsichere Belagsflächen werden ausgeglichen, damit der Raum künftig auch für kirchliche, kommunale und touristische Veranstaltungen ohne Einschränkungen nutzbar ist.
Das Projekt wird von einem aktiven Förderverein begleitet und ist fachlich mit den Denkmalbehörden abgestimmt. Es fügt sich in eine Reihe erfolgreich umgesetzter Maßnahmen zur Sicherung und Weiterentwicklung des Kirchenstandorts ein – zuletzt etwa die barrierefreie Erschließung, das Kirchencafé oder die Öffnung für Besucher im Rahmen des Projekts „Verlässlich Offene Kirche“.