Am 25. März 2026 kam die Mitgliederversammlung der Lokalen Aktionsgruppe Colbitz-Letzlinger Heide in Jersleben zusammen. Mit 20 Mitgliedern und 28 Gästen war die Versammlung gut besetzt. Neben zahlreichen Projektträgern aus dem laufenden vierten Aufruf waren auch Vertreter der zuständigen Förderbehörden anwesend: Herr Pfeiffer vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) sowie Frau Zeigermann vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt.
Eröffnung und Einordnung
Vorstandsvorsitzender Benjamin Otto eröffnete die Versammlung mit einem Rückblick auf den aktuellen Stand der LEADER-Förderung in der Region. Er würdigte die bereits erfolgreich umgesetzten und laufenden Projekte, sprach aber auch offen über Vorhaben, die nicht zu Ende geführt werden konnten. Gerade in ehrenamtlichen Vereinsstrukturen sei Verbindlichkeit eine Herausforderung – und zugleich eine Voraussetzung dafür, dass LEADER-Förderung seine Wirkung entfalten kann. Otto appellierte an das Durchhaltevermögen aller Beteiligten.
Darüber hinaus nutzte er die Gelegenheit für ein klares politisches Statement: Er rief dazu auf, demokratiefeindlichen Parteien keine Unterstützung zu geben, und betonte, dass die LAG Colbitz-Letzlinger Heide als Gemeinschaft für demokratische Werte einsteht.
Projektstand und Fördergeschehen
LEADER-Manager Thomas Schmette gab einen strukturierten Überblick über den aktuellen Stand der laufenden Aufrufe: Welche Projekte aus dem ersten bis dritten Aufruf sich in der Bewilligung befinden, welche bereits bewilligt wurden und wie der weitere Umsetzungsstand aussieht.
Schwerpunkt: Auswahlverfahren zum 4. Aufruf
Den inhaltlichen Kern der Versammlung bildete das Auswahlverfahren für die Projekte des vierten Aufrufs. Insgesamt lagen der Mitgliederversammlung 30 LEADER-Vorhaben sowie zwei EFRE-Projekte zur Entscheidung vor. Jedes Vorhaben wurde einzeln vorgestellt und beraten – bei anwesenden Projektträgern konnten Rückfragen gestellt werden. Die Mitglieder stimmten in der Folge über die Aufnahme in die Auswahlliste ab.
Die bestätigten Projekte decken ein breites Spektrum regionaler Bedarfe ab: von der Sanierung historischer Gebäude und der Schaffung generationenübergreifender Begegnungsorte über Sport- und Freizeitinfrastruktur bis hin zu Vorhaben in den Bereichen nachhaltige Mobilität, Kultur und Daseinsvorsorge. Mit der Bestätigung durch die Mitgliederversammlung ist der nächste Schritt eingeleitet: Die Vorhaben werden nun dem Landesverwaltungsamt zur formalen Bestätigung des Auswahlverfahrens übergeben, bevor die Antragstellung bei der Bewilligungsbehörde erfolgen kann.
Vorstandswahl
Im Rahmen der Versammlung fand außerdem die Wahl des Vorstandes statt. Um eine gesonderte Mitgliederversammlung zu vermeiden, wurde die Wahl vorgezogen – der neu gewählte Vorstand tritt sein Amt zum 15. Juni 2026 an und löst damit den bisherigen Vorstand ab. Folgende Personen wurden gewählt und haben die Wahl angenommen: Karolin Braunsberger-Reinhold, Stefan Crackau, Marius Denecke, Franz-Ullrich Keindorff, Carsten Miehe, Stefan Müller, Benjamin Otto, Mike Steffens und Erika Tholotowsky. Ebenfalls gewählt wurden die Kassenprüfer: Egbert Fitsch und Betinna Roggisch.
Bundespolitisches Signal: LEADER-Kofinanzierung auf dem Prüfstand
Zum Abschluss berichteten LEADER-Manager Thomas Schmette und Stefan Crackau von einem überregionalen Besuch im Deutschen Bundestag. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Lokaler Aktionsgruppen war die LAG CLH der Einladung gefolgt, das Thema LEADER-Förderung direkt in den politischen Diskurs zu tragen. Anlass ist eine mögliche Kürzung der Bundeskofinanzierung für LEADER-Maßnahmen von derzeit 80 auf 40 Prozent – eine Änderung, die ab der nächsten Förderperiode wirksam werden könnte und für viele Projekte das Aus bedeuten würde.
Die LAGs machen gemeinsam deutlich: Eine solche Kürzung würde die Handlungsfähigkeit der ländlichen Entwicklung massiv einschränken. Das Gespräch mit Bundestagsabgeordneten ist ein erster Schritt – der Blick richtet sich darüber hinaus auch auf die europäische Ebene, wo die wesentlichen Weichenstellungen für die künftige Förderarchitektur getroffen werden.


