Projektförderung durch Zuwendungen zur Förderung der Umsetzung von Vorhaben im Rahmen der Lokalen Entwicklungsstrategien mit CLLD durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in Sachsen-Anhalt in der Förderperiode 2021 bis 2027 (Richtlinie Community-Led Local Development Europäischer Fonds für regionale Entwicklung — RL CLLD EFRE)
Projektvorhaben: Der Kirchen- und Kultursaal der Ev. Kirche St. Katharina und St. Pankratius wird umfassend instandgesetzt. Schwerpunkt ist die Sanierung eines akuten Befalls mit Echtem Hausschwamm in Decken- und Wandbereichen des Saals.
Zuwendungszweck: Ziel der Maßnahme ist der dauerhafte Erhalt des Kirchen- und Kultursaals als zentralem Ort für kulturelle Nutzungen. Durch die bauliche Sicherung wird die weitere Nutzung für kulturelle Veranstaltungen, insbesondere im Bereich Musik, ermöglicht und die Funktion der Kirche als kultureller Gemeinschaftsort gesichert.
- Antragsteller/in: Ev. Kirchengemeinde Wolmirstedt
- Bewilligungszeitraum: 12.01.2026 – 30.09.2026
- bewilligter Zuschuss: 646.160,63 €
Projektinhalt
Die Ev. Kirche St. Katharina und St. Pankratius ist seit vielen Jahren ein sozialer und kultureller Mittelpunkt für die Stadt Wolmirstedt und ihr ländliches Umfeld. Der ausschließlich kulturell genutzte Kirchensaal zeichnet sich durch seine Größe und besondere Akustik aus und bietet Veranstaltungsbedingungen, die in der Stadt und Umgebung in dieser Form sonst nicht mehr vorhanden sind. Der Saal wird regelmäßig für kulturelle Angebote, insbesondere musikalische Veranstaltungen, sowie für Kinder- und Jugendgruppen genutzt.
Im Zuge der Instandsetzungen von Dachstuhl und Dacheindeckung in den Jahren 2022 bis 2024 wurde ein akuter Befall mit Echtem Hausschwamm (EHS) festgestellt. Der Befall erstreckt sich vom Dachtragwerk bis in das Deckentragwerk und die Wandflächen des großen Kirchensaals im Obergeschoss. Ohne eine umfassende Sanierung besteht die Gefahr von konstruktivem Versagen bis hin zum Einsturz.
Gegenstand des zweiten Bauabschnitts ist die fachgerechte Sanierung des neogotischen Innenraums unter Berücksichtigung der vielfältigen nutzungsspezifischen Anforderungen. Als vorbereitende Maßnahme muss die Orgel vollständig ausgebaut und nach Abschluss der Arbeiten wieder eingebaut werden. Ursache des ursprünglichen Befalls sind alte Schornsteinzüge im westlichen Mauerwerksbereich, deren Hohlräume behandelt und verfüllt werden.
Weiterhin werden die Innenwandputze großflächig abgenommen, Fugen ausgearbeitet und die Wandflächen mittels Bohrlochdruckinjektion gegen weiteren Pilzbefall gesichert. Anschließend erfolgt der Neuaufbau der Wandflächen mit Kalkmörtel und Kalkputz. Parallel werden die Holzbauteile des Dach- und Deckentragwerks im Innenbereich untersucht und – sofern erforderlich – zurückgeschnitten oder ertüchtigt. Die im ersten Bauabschnitt bereits entfernten, befallenen Bogenspanten und Stellbretter werden nachgefertigt und wieder eingebaut.
Abschließend werden im Dachraum über dem Kirchen- und Kultursaal Dachdämmmaterialien aus Steinwolle verlegt, analog zu den bereits umgesetzten Maßnahmen des ersten Bauabschnitts.
Durch die Verwendung ortstypischer, heimischer Materialien wie Sand, Kalk, Naturstein und Farben sowie kurzer Transportwege leistet das Projekt einen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Die Maßnahme ist denkmalrechtlich genehmigt und vollständig abgestimmt.


